17. Juli 2011

[Rezension] Der Märchenerzähler von Antonia Michaelis



Titel: Der Mächenerzähler
Autor: Antonia Michealis
Seiten: 446
Preis: 16,90 Euro
Verlag: Oetinger
Teil einer Reihe? Nein

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Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden?


Ich muss zugeben, dass ich mir das Buch nie gekauft hätte, wenn nicht alle so davon geschwärmt hätten, die Geschichte an sich hat mich nicht besonders angesprochen, aber das Cover hat mich schlussendlich dazu gebracht, dieses Buch zu kaufen, ich finde es einfach nur wunderschön.

"Der Märchenerzähler" ist ein Sozialdrama, dass von den Unterschieden zwischen arm und reich erzählt. Anna ist in diesem Fall das reiche, hübsche, beliebte Mädchen, also eine Standard Person, denkt man erst, aber sie will gar nicht so beliebt sein und es wäre ihr egal, wenn ihre Eltern nicht so viel Geld hätten. Abel ist der Arme, er lebt alleine mit seiner kleinen Schwester Micha in einer Plattenbau Siedlung und muss die ganze Nacht arbeiten um sich und Micha versorgen zu können, außerdem hat er immer wieder Probleme mit Mitschülern oder gar dem Sozialamt, weil diese ihm Micha wegnehmen möchten, da sie denken Abel kann nicht auf sie aufpassen. Er hat viel Stress und kommt oft zu spät oder gar nicht zur Schule. Er ist der Dealer unter den Jugendlichen und sie sehen ihn auch nicht als respektable Person an. Die Protagonisten haben mir nicht gut gefallen, sie hatten keine Konturen und ich wusste bis zum Ende nicht, was ich von ihnen halten sollte. Micha war die einzige Person die ich einigermaßen gelungen fand. Sie stellt immer an den ungünstigsten Stellen Fragen und trifft damit genau ins Schwarze. Gitta, Annas beste Freundin, hat mich total genervt. Sie nennt Anna immer "mein Kind" , obwohl sie gleich alt sind und dann wäre da noch Gittas Freund Hennes, er war die unsympatischste Person in dem ganzen Buch, glaubt mir es gibt viele unsympatische Personen, aber er toppt sie alle. Er hat vor niemanden Respekt und ist absolut frech.

Zu Antonia Michaelis Schreibstil muss ich denk ich nicht so viel sagen. Er ist wirklich toll, allerdings gab es so manche Sätze die mich ein bisschen verwundert haben, zum Beispiel: 
Sie zwang ihn nicht. Zwang sie ihn? 
Wenn so was ein paar mal vorkommt, ist das nicht schlimm, aber solche Sätze gibt es jede Seite.

Ich denke, ich hatte einfach viel zu hohe Erwartungen an das Buch. Die Geschichte ging mir zwar auch zu Herzen und ich musste einige Male tief durch athmen um weiterlesen zu können, aber überraschend war nichts für mich, selbst das Ende. Wenn ihr so sensibel seid wie ich, dann lasst bitte die Finger von diesem Buch. Man hat einfach keine Lust weiterzulesen, also habe ich es tatsächlich zwei Wochen erst mal zur Seite gelegt, was ich sonst nie tue. 

Und dann wären da noch die Märchen. Alle sagten: "Die Märchen waren das aller schönsten an dem Buch." Dazu kann ich nur sagen: Nein. Ich weiß nicht, was mit mir los ist, ich wollte dieses Buch wirklich mögen, aber immer wenn ein Märchen kam, dachte ich: Bitte nicht schon wieder. Die eigentliche Geschichte hat mich mehr in den Bann gezogen als die Märchen, was schon was heißt.


Abschließend kann ich nur sagen, dass "Der Märchenerzähler" das absolut falsche Buch für mich war. Vielleicht wegen zu hoher Erwartungen oder weil ich einfach zu sensibel für so etwas bin. Ich würde dieses Buch abschließend nicht ab 14 Jahren empfehlen, sondern eher ab 16-18. Es tut mir sehr leid um das Buch, denn ich wollte es mögen, doch es konnte mich nicht überzeugen. Schade. Was aber dennoch dazu verhilft, dass diesen Buch 2 Sterne bekommt, ist Antonia Michaelis Schreibstil.


Kommentare:

  1. Schöne Rezi. Hmm.. Die Meinungen zu dem Buch sind wirklich gespalten. Werd mir auch mal selbst ein Bild davon machen. Lg Diti

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  2. Dankeschön. Ja, ich kann mir auch vorstellen, dass andere soetwas mögen, aber für mich war´s einfach nichts. LG

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  3. Mir hatte das Buch gut gefallen, aber auch nicht soooo überragend, wie es viele hingestellt hatten. 4 Sterne gab es von mir! :-)

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  4. Deinem Fazit kann ich mich voll und ganz anschließen. Genauso ging es mir auch beim Lesen. Vielleicht bin ich auch zu sensibel für sowas oder so. Alle in meiner Umgebung fanden das Buch sooo schön. "Schön" war das Letzte was ich mit dieser Geschichte verbunden habe. Auch die Altersangabe würde ich so wie du sehen!

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  5. @ Pero: Ich kann die Leute durchaus verstehen wenn sie das Buch gut finden, aber für mich war es leider, leider nicht, trotz des wunderbaren Schreibstils. LG

    @Caro: Ja, die Altersangabe würde ich auf jeden Fall ein bisschen höher setzten und nur Leuten, die nicht so sensibel wir wir sind, empfehlen ;) LG

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